
Open Office Hours Staffel 1: Session 6 – Zeitstempel & RTI
Wenn Rapidi einen Transfer ausführt, holt es nicht jedes Mal alle Ihre Daten ab. Es holt nur das, was sich seit dem letzten Lauf geändert hat. So werden Ihre Quellsysteme nicht mit unnötigen Abfragen belastet. Doch woher weiß Rapidi eigentlich, was sich geändert hat? Die Antwort liegt im Zusammenspiel zweier Dinge: Source-Control-Felder und die RTI.
Präsentationsfolien herunterladen
Datetime-Felder vs. Zeitstempel: Was ist der Unterschied?
Das Wort „Zeitstempel“ wird oft recht locker verwendet, deshalb lohnt es sich, genau zu sein. Es gibt zwei verschiedene Arten von Feldern, mit denen Sie in Rapidi Änderungen verfolgen können.
Datetime-Felder sind für Menschen lesbar. Sie zeigen ein bestimmtes Datum und eine bestimmte Uhrzeit, zum Beispiel wann ein Datensatz angelegt oder zuletzt aktualisiert wurde. Jeder Benutzer kann ein Datetime-Feld ansehen und sofort verstehen, was es bedeutet.
Row-Version-Felder funktionieren anders. Das sind vom System erzeugte Ganzzahlen, die jeden neuen oder aktualisierten Datensatz als fortlaufende Nummer erfassen. Sie finden sie in älteren Systemen wie Microsoft Dynamics. Die Zahl selbst hat keine Datumsbedeutung. Sie lässt sich nicht in Datum und Uhrzeit umrechnen. Sie sagt Ihnen lediglich, dass ein neuer Datensatz existiert oder dass sich etwas geändert hat.
Beide Arten eignen sich als Source Control in Rapidi, aber das Format, das Sie in der RTI gespeichert sehen, hängt davon ab, welche Sie verwenden.
Bevor Sie irgendetwas tun: Indizieren Sie das Feld
Welches Feld Sie auch als Source Control verwenden möchten, es muss in Ihrem Quellsystem indiziert sein. Das ist nicht optional. Wenn Rapidi einen Transfer ausführt, fragt es Ihr Quellsystem anhand dieses Felds ab. Ist das Feld nicht indiziert, leidet die Performance und Sie belasten das System unnötig.
In manchen Systemen, etwa Microsoft Business Central, muss das Feld außerdem veröffentlicht und bereitgestellt werden, bevor Sie es abfragen können. Das System-Zeitstempelfeld existiert in Business Central, ist aber standardmäßig nicht auf der Page verfügbar. Endbenutzer sehen es nicht, und Rapidi kann erst darauf zugreifen, wenn es veröffentlicht ist. Sobald es in Ihrer Produktivumgebung bereitgestellt ist, steht das Feld zum Filtern zur Verfügung und Sie können es als Source Control verwenden.
Gut zu wissen
In Business Central ist das Zeitstempelfeld ein Systemfeld. Es existiert, ist aber standardmäßig nicht auf der Page veröffentlicht. Sie müssen es in Ihrer Produktivumgebung bereitstellen, bevor Rapidi es nutzen kann.
Was ist die RTI?
RTI steht für Runtime Information. Stellen Sie sie sich als das interne Nachschlagewerk von Rapidi für Ihre Transfers vor. Jedes Mal, wenn ein Transfer mit aktivierter Source Control erfolgreich läuft, schreibt Rapidi einen Eintrag in die RTI. Dieser Eintrag hält den höchsten Wert des Source-Control-Felds zum Zeitpunkt des Laufs fest.
Beim nächsten Lauf des Transfers prüft Rapidi die RTI, findet den gespeicherten Wert und fragt in Ihrem Quellsystem die Datensätze ab, deren Source-Control-Feld größer als dieser Wert ist. So weiß Rapidi, was sich geändert hat.
Einige Punkte, die Sie über RTI-Einträge wissen sollten:
- Ein RTI-Eintrag existiert nur, wenn für den Transfer Source Control aktiviert ist.
- Wenn Sie den Transfer noch nie ausgeführt haben, gibt es keinen RTI-Eintrag. Er wird beim ersten erfolgreichen Lauf angelegt.
- Jeder RTI-Eintrag ist eindeutig und wird durch die Kombination aus Transfercode, Quellsystem und Zielsystem identifiziert.
- Schlägt ein Transfer fehl, rückt die RTI nicht vor. Rapidi setzt beim nächsten Lauf an derselben Stelle wieder an, sodass nichts übersprungen wird.
Der in der RTI gespeicherte Wert liegt im Unix-Format vor, unabhängig davon, ob Sie ein Datetime-Feld oder eine Row Version verwenden. Wenn Sie einen gespeicherten Unix-Wert wieder in ein lesbares Datum umwandeln möchten, können Sie dafür jeden beliebigen Unix-Timestamp-Konverter im Internet nutzen.
Ein Praxisbeispiel
So sieht das in der Praxis bei zwei Transferläufen im Abstand von 30 Minuten aus.
Beispiel: Zwei Läufe im Abstand von 30 Minuten
10:00 Uhr
Der Transfer läuft erfolgreich. Rapidi liest alle Datensätze, erfasst den höchsten Source-Control-Wert und speichert ihn in der RTI.
10:30 Uhr
Der Transfer läuft erneut. Rapidi prüft die RTI, findet den Wert von 10:00 Uhr und fragt in der Quelle die Datensätze ab, deren Source-Control-Feld größer als dieser Wert ist. Wurden in dieser halben Stunde Datensätze angelegt oder aktualisiert, holt Rapidi sie ab. Hat sich nichts geändert, wird nichts übertragen.
Genau deshalb ist Source Control so wichtig. Ohne sie fragt jeder Lauf die gesamte Tabelle ab. Mit ihr wird nur das Delta abgeholt.
So setzen Sie die RTI zurück
Es gibt zwei Situationen, in denen Sie den RTI-Wert manuell ändern möchten.
Vollständige Neusynchronisierung: Setzen Sie den Source-Control-Wert in der RTI auf null. Der nächste Lauf fragt dann alle Datensätze ab, deren Source-Control-Feld größer als null ist, also alles. Nutzen Sie das, wenn Sie alle Daten von Grund auf neu ins Zielsystem übertragen müssen.
Ab einem bestimmten Punkt erneut ausführen: Ändern Sie das Source-Control-Feld in der RTI auf einen bestimmten Wert. Der nächste Lauf holt die Datensätze ab diesem Punkt ab. Das ist hilfreich, wenn etwas schiefgelaufen ist und Sie Daten ab einem bestimmten Datum oder einer bestimmten fortlaufenden Nummer erneut übertragen müssen.
Beide Optionen stehen auf der RTI-Seite in Rapidi zur Verfügung. Sie gelangen dorthin über die Hauptnavigation oben oder direkt aus dem Transfer über das RTI-Symbol. Beide Wege funktionieren.
Die eine Regel, die Sie befolgen sollten
Das Wichtigste
Führen Sie niemals einen Transfer ohne Source Control aus.
Ohne sie fragt jeder Lauf jedes Mal Ihre gesamte Quelltabelle ab. Das erzeugt unnötige Last auf dem Quellsystem und bremst alles aus. Mit aktivierter Source Control und einem ordnungsgemäß indizierten Feld laufen Transfers schneller, und Ihr Quellsystem wird nicht belastet.
Richten Sie es einmal richtig ein, und die RTI erledigt den Rest automatisch.
OPEN OFFICE HOURS
Jede Woche veranstalten unsere Integrationsspezialisten eine kostenlose 30-minütige Schulung zu einem bestimmten MyRapidi-Thema.